Sprachverstehen und Demenz

Mangelndes Sprachverstehen beeinträchtigt nicht nur die Kommunikation und das soziale Leben. Wer Sprache im Lärm nicht deutlich verstehen kann, hat aber auch ein erhöhtes Risiko, später im Leben an Demenz zu erkranken. Ein Zusammenhang, der bisher nicht erforscht wurde.
Schon länger ist bekannt, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko einer demenziellen Entwicklung und die Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen mit sich bringen kann. Allerdings wurde der Zusammenhang zwischen dem Verstehen von Sprache und der Entwicklung einer Demenz kaum untersucht. Dabei geht mangelndes Sprachverstehen mit den meisten Fällen von Schwerhörigkeit einher. Diese Einschränkung macht sich vor allem in Umgebungen mit vielen Hintergrundgeräuschen bemerkbar, wie beispielsweise im Supermarkt, im Straßenverkehr, bei der Arbeit, im Café oder wenn mehrere Personen gleichzeitig sprechen. Eine neue Studie unter der Leitung von Forschern der Universität Oxford hat nun gezeigt, dass Schwierigkeiten beim Hören von gesprochenen Gesprächen mit einem bis zu 91 % höheren Demenzrisiko verbunden sind. Mangelndes Sprachverstehen könnte demnach nicht nur ein Anzeichen für Demenz sein, sondern ein Risikofaktor, der möglicherweise behandelt werden könnte.

Demenzrisiko bei mangelndem Sprachverstehen höher
Die Forscher untersuchten eine Gruppe von mehr als 82.000 Männern und Frauen über 60 Jahren, die nicht an Demenz erkrankt waren. Diese wurden zu Beginn der Studie einem Hörtest unterzogen, wobei insbesondere die Sprachverständlichkeit bei Hintergrundlärm getestet wurde. Die Teilnehmer wurden während eines Zeitraumes von 11 Jahren beobachtet. Bei 1.285 Teilnehmern stellten die Forscher anhand von Gesundheitsakten fest, dass sie im Laufe der Zeit an Demenz erkrankt waren. Die Teilnehmer mit unzureichendem und schlechtem Vermögen, Sprache im Lärm zu erkennen, wiesen ein um 61 % bzw. 91 % höheres Risiko auf, die Demenz zu entwickeln als die Teilnehmer mit gutem Hörvermögen. Ungeklärt bleibt, ob die Hörprobleme die Ursache der Demenz oder ein Frühsymptom der Krankheit sind. Denn das Trennen der Sprachsignale von Hintergrundgeräuschen ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für das Gehirn.

Anspruchsvolles Sprachverstehen
Geräusche in den eigenen vier Wänden, Stimmen im Café, Verkehrslärm: Ständig sind wir von vielen unterschiedlichen leisen und lauten Klängen umgeben. Um Sprache zu erkennen, muss unser Gehirn wichtige Laute von unwichtigen unterscheiden. Diese Aufgabe gestaltet sich umso schwerer, wenn zahlreiche Geräusche in der Umgebung erklingen. Hinzu kommt, dass die Schallsignale mancher Geräusche den Schallsignalen von Sprache sehr ähnlich sind. Schon ohne Hörbeeinträchtigung ist das Zuhören bei vielen Hintergrundgeräuschen oft anstrengend und macht müde. Für Menschen mit Hörverlust ist es noch schwieriger, die verschiedenen Klangdetails voneinander zu trennen. Typisch bei Vorliegen einer Hörminderung ist, dass die Betroffenen Anfangsbuchstaben verwechseln und beispielsweise statt Tasse Kasse oder statt Kuchen suchen verstehen. Auch Wörter und ganze Satzteile werden manchmal nicht wahrgenommen und die hörgeminderte Person muss erraten, was der Gesprächspartner sagt und was um sie herum geschieht. All diese Zusatzleistungen erhöhen die mentale Belastung und wirken sich auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus.

Mehr mentale Ressourcen
Schon vor Jahren haben Experten ein vermindertes Hörvermögen im mittleren Lebensalter neben Rauchen und körperlicher Inaktivität zu den veränderbaren Risikofaktoren für Demenz eingestuft. Wobei der Schwerpunkt auf dem Wort „veränderbar“ liegt: Denn auch wenn die biologische Verbindung zwischen Hörstörungen und Demenz noch weiter untersucht werden muss, kann der Fokus auf diese vermeidbare Risikofaktoren das individuelle Demenzrisiko erheblich verringern. Hörsysteme wirken sich positiv auf den Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter aus. Durch gezielte Technologien der Klanganalyse und –verarbeitung verbessern sie das Sprachverstehen erheblich und erleichtern dem Nutzer die Teilnahme an Gesprächen. Dadurch wird das Gehirn entlastet und hat mehr Kapazitäten frei für das Gedächtnis und andere geistige Leistungen wie zum Beispiel das Erinnerungsvermögen, was wiederum zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit beiträgt.

 Hörsysteme könnten in Zukunft Teil einer effektiven Behandlung gegen Demenz sein. Gutes Hörvermögen hilft dem Gehirn, ein Leben lang fit zu bleiben – und viele andere gesundheitliche Probleme zu vermeiden.
 
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