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Kinderohren brauchen große Aufmerksamkeit

Die Versorgung hörgeschädigter Kinder erfordert die optimale Zusammenarbeit des involvierten Fachpersonals. Der interdisziplinäre Austausch stand im Mittelpunkt einer Online-Tagung, bei welcher wichtige Aspekte der Betreuung angesprochen und technologische Neuerungen präsentiert wurden.
Idealerweise arbeiten in der Versorgung von hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen HNO-Ärzte, Hörakustiker, Logopäden, Audiometristen, Psychologen, Eltern und Schulen eng zusammen. Gerade bei Babys und Kleinkindern geht die Versorgung über den Ausgleich des reinen Hörverlustes hinaus: richtige Aussprache, Kommunikation und soziale Integration, aber auch die Akzeptanz und der Umgang mit der Hörminderung sind wichtige Aspekte, die im interdisziplinären Team berücksichtigt werden sollten. Bei einer vom Fachdienst für Hörgeschädigte am 30. April 2021 organisierten online-Tagung für medizinisch-audiologisches Fachpersonal wurden diese Themen umfassend diskutiert. Mit dabei Roland Zelger und Daniele Tregnaghi von Zelger Hörexperten, die technologische Neuerungen der modernen Hörlösungen präsentierten. HNO-Ärzte erläuterten die Voraussetzungen zur Versorgung hörgeschädigter Kindern mit Knochenleitungssystemen, Cochlea-Implantaten und Hörsystemen.

Welche Versorgung ist die richtige?
Wie die Ärzte erklärten, kann Schwerhörigkeit heute dank dem im Mutterpass verankerten Neugeborenen-Hörscreening frühzeitig festgestellt und versorgt werden. Schwerhörigkeit bei Neugeborenen ist zu 50 % genetisch und zu 50 % durch prä- oder postnatale Infektionen bedingt. Welche Hilfsmittelversorgung in Frage kommt, hängt von der Art und dem Grad der Schwerhörigkeit ab. Die auch bei Kindern vorkommende Schallleitungsschwerhörigkeit, die das äußere oder mittlere Ohr betrifft, ist in der Regel vorübergehend und kann medikamentös oder operativ korrigiert werden. Nicht so die Schallempfindungsschwerhörigkeit, bei welcher die Funktion der Hörschnecke oder der Hörbahn zum Gehirn dauerhaft geschädigt ist. Diese Form der Schwerhörigkeit besteht meist von Geburt an und kann weder mit Medikamenten noch chirurgisch behandelt werden. Den meisten davon betroffenen Kindern kann aber mit Hörsystemen geholfen werden, wobei diese auch das eventuell vorhandene Resthörvermögen nutzen. Bei sehr starker Hörbeeinträchtigung, Taubheit oder bei Vorliegen medizinischer Besonderheiten werden Cochlea-Implantate oder Knochenleitungshörsysteme erwogen, die eingesetzt werden, sobald das Kind eine bestimmte Knochendichte erreicht hat. Gegebenenfalls wird das versorgte Kind durch entsprechende logopädische Rehabilitation unterstützt.

Je früher desto besser
Wird eine Hörsystemversorgung erwogen, sollte diese so früh wie möglich erfolgen, idealerweise bis zum sechsten Lebensmonat, wie die Ärzte betonten. Denn für die Entwicklung des Kindes ist es äußerst wichtig, dass das Gehirn genügend Hörreize erhält. Nur so können sich Hörfunktionen, Sprache, emotive und soziale Fähigkeiten entwickeln. Je mehr Wörter und Gespräche ein Kind „mithören“ kann, desto mehr werden die neuronalen Nervenbahnen, der Wortschatz und die schulische Leistung gefördert. Mit 9 Monaten sollte ein Kind einfache Wörter verstehen, mit einem Jahr diese auch aussprechen können. Ab dem Alter von eineinhalb Jahren kann es kurze Sätze deuten und aussprechen. Mit zwei Jahren sollte das Kind Wörter in kurzen Sätzen verwenden können. Mit dem sechsten Lebensjahr ist die normale Sprachentwicklung in der Regel abgeschlossen: Das Kind kann alle Laute richtig aussprechen, Sätze mit einfacher Grammatik bilden und Wünsche und Gefühle ausdrücken. Eltern können darauf achten, ob sich die Sprachentwicklung ihres Kindes in diesem Rahmen bewegt. Denn auch wenn es das Hörscreening nach der Geburt bestanden hat, kann sich in den darauffolgenden Jahren eine Schwerhörigkeit entwickeln. Beim geringsten Zweifel sollte diese unbedingt von einem Kinderarzt oder Facharzt abgeklärt werden. Schon ein leichter Hörverlust kann die Hör- und Lernfähigkeit beeinträchtigen, und speziell eine einseitige Schwerhörigkeit ist oft nicht einfach zu erkennen.

Hörsysteme für Kinder
Speziell auf die Versorgung von Kindern mit einseitigem Hörverlust ging Roland Zelger ein. Er präsentierte die Cros- und BiCros-Hörsysteme, eine hochentwickelte Technologie, die Nutzern mit einseitiger Taubheit binaurales Hören ermöglicht. Zelger betonte, dass die Hörsystemversorgung Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordere und die vielfältigen Bedürfnisse und Hörumgebungen der Kinder berücksichtigen muss. Für Kinder bis zu 14 Jahren kommen in der Regel robuste Hinter-dem-Ohr-Hörsysteme mit kinderspezifischen Zubehör und farbenfrohen Otoplastiken zum Einsatz, um vom Kinder besser akzeptiert zu werden. Wireless-Anschlussmöglichkeiten zur Kopplung mit dem Smartphone und anderem elektronischen Zubehör bieten größeren Kindern und Jugendlichen Anbindung an die multimediale Welt. Nützlich sind auch in den Hörsystemen integrierte Datalogging-Systeme. Sie geben Eltern, Erziehungs- und Reha-Verantwortlichen Aufschluss über das Trageverhalten und die Hörumgebung des Kindes, was beispielsweise bei der Kontrolle schulischer Leistungen zum Tragen kommt. Hörgeschädigte Kinder und Jugendliche können beim Unterricht durch den Einsatz speziellen Zubehörs für Hörhilfen zusätzlich unterstützt werden. Zu diesen Lösungen gehören Roger-Systeme, die Daniele Tregnaghi, wissenschaftlich Verantwortlicher von Zelger Hörexperten, vorstellte.

Im Anschluss an die Referate konnten die Teilnehmer Fragen über die technologischen Besonderheiten der Hörlösungen sowie deren Umgang in der täglichen Praxis abklären. Dabei kam der Wunsch auf, auch künftig den interdisziplinären Austausch in Form solcher online-Treffen zu fördern, um die beste Betreuung und Versorgung hörgeschädigter Kinder und Jugendlicher zu gewährleisten. Die Versorgung mit modernsten Hörsystemen, gegebenenfalls mit angebundenem Zubehör für die verschiedensten Anwendungsbereiche ist heute durch die Krankenkassen gut geregelt, sodass die Betroffenen auch in finanzieller Hinsicht eine gute Unterstützung erfahren.
 
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