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„Immer dran bleiben“

Samuel De Chiara, Jahrgang 1991, spielt im internationalen Paralympischen Tischtennis ganz oben mit. Zelger Hörexperten unterstützt seine sportliche Karriere bereits seit 2012. Im Interview erzählt der mehrfache italienische Meister von seiner körperlichen Behinderung und wie er trotzdem oder auch gerade deswegen in die Erfolgsspur gefunden hat.
Wie ist es zu deiner Behinderung gekommen und wie bewältigst du sie heute?
Samuel: Mein Zwillingsbruder und ich waren Frühgeborene und erlitten beide im Brutkasten eine Hirnblutung, die mein Bruder nicht überlebte. Bei mir blieb eine rechtsseitige Lähmung. Dank verschiedener Therapien konnte ich mir dann schon von klein auf eine gewisse Beweglichkeit erhalten, auch rechts. Tischtennis spiele ich jedoch mit der linken Hand.

Wie bist du Tischtennisspieler geworden?
Mit 15 kam ich während eines Hippotherapie-Aufenthaltes in Sardinien das erste Mal zufällig mit dem Tischtennis in Kontakt. Ich trat dann dem Sportclub Meran bei und widmete mich nach dem Schulabschluss ganz dem Tischtennis. Ich begann, an Turnieren teilzunehmen und spielte mich nach oben. 2012 wurde dann der Trainer der Paralympischen Nationalmannschaft Italiens auf mich aufmerksam. Vier Jahre später (2016) konnte ich mich bei der Europameisterschaft als Zweiter platzieren.

Welches sind deine nächsten Ziele?
Mein größtes Ziel ist eine Podiumsplatzierung bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio. Heuer ist das Qualifikationsjahr. Um an den Paralympischen Spielen teilnehmen zu können, muss man eine festgelegte Anzahl an Turnieren aufweisen und eine bestimmte Punktezahl erreichen. Nur die ersten 16 Athleten auf der internationalen Rangliste dürfen teilnehmen. Momentan bin ich noch an 21. Stelle, aber schon ein Turniersieg kann alles verändern, er bringt viele Punkte.

Wie bereitest du dich auf Olympia vor?
Durch regelmäßiges Training und die Teilnahme an nationalen und internationalen Turnieren. Ich gehe zwei Mal wöchentlich am Vormittag ins Fitnessstudio und trainiere täglich mehrere Stunden in der Halle. Samstags finden die Meisterschaftsspiele der Tischtennisspieler ohne Beeinträchtigung statt, da nehme ich auch immer teil.

Woher nimmst du die Motivation für so eine harte Vorbereitung?
Von klein auf wurde mir gesagt, ich könne kein normales Leben führen, keine normale Schule besuchen, nicht normal reden. Dem war aber nicht so. Ich wollte beweisen, dass man trotz Behinderung einiges leisten und immer besser werden kann. Dafür habe ich hart gearbeitet. Aber auch meine Mutter hat großen Anteil, sie hat mich immer motiviert und alle Therapien in die Wege geleitet. Der Sport gibt mir heute Kraft, auf physischer und auf psychischer Ebene.

Hast du ein Lebensmotto?
Viele Menschen mit Beeinträchtigung wollen diese verstecken. Das geht wohl auch vielen von Hörverlust Betroffenen so. Ich habe versucht, offen damit umzugehen und das Beste daraus zu machen. Im Leben ist es wie im Sport: Man muss immer dran bleiben und nach vorne schauen.
 
 
 
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