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Höverlust und Alzheimer

Zu diesem Thema organisierte Zelger Hörexperten eine viel beachtete Fachtagung. Aus gutem Grund: Menschen mit Hörverlust haben ein fünffach erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken.
Hörverlust bringt erhöhtes Alzheimer-Risiko
Alzheimer ist die schwerste Form von Demenz und gilt als die neue Epidemie unseres Jahrhunderts. Pro Jahr erkranken weltweit 9,9 Millionen Menschen an Demenz, wobei alle 3,2 Sekunden ein neuer Fall auftritt. Waren im Jahr 2015 weltweit noch 46,8 Millionen Demenzkranke zu verzeichnen, so gehen Schätzungen für das Jahr 2030 von 74,7 Millionen Fällen aus. Aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung nimmt auch die Zahl der von Schwerhörigkeit Betroffenen ständig zu. Dabei ist der Hörverlust neben anderen Faktoren eine wesentliche Ursache für eine Verringerung der geistigen Leistungsfähigkeit, die zur Demenz führen kann.
Diese Daten und Fakten alarmieren medizinisches Fachpersonal und Hörakustiker gleichermaßen. Zelger Hörexperten organisierte zu diesem Thema eine Tagung mit dem Titel „Kognitiver Verfall, Hörverlust und Hörgeräteversorgung“, die am 24. September in der Bozner Handelskammer stattfand. „Es war uns ein großes Anliegen Themen aufzugreifen, die in unserem Tätigkeitsbereich von zunehmendem Interesse sind. Ich freue mich besonders, dass es uns gelungen ist, namhafte internationale Referenten und Rolando Füstös als wissenschaftlichen Leiter der Tagung bei uns zu haben.“, sagte Roland Zelger in seinem Grußwort an die zahlreichen Teilnehmer.

Abhilfe in den meisten Fällen möglich
Der Ex-Primar der HNO-Abteilung im Krankenhaus Bozen, Rolando Füstös, hat sich als Experte für die Behandlung von Hörstörungen weit über Südtirol hinaus einen Namen gemacht. Füstos beschrieb die aktuelle Entwicklung der Schwerhörigkeit in Italien und Südtirol. „In Italien gibt es schätzungsweise 7 Millionen Hörgeschädigte. In Südtirol leidet etwa ein Drittel der Bevölkerung an Hörproblemen, mehr als die Hälfte davon an Tinnitus. Den meisten von Hörverlust Betroffenen kann heute mit modernen digitalen Hörsystemen geholfen werden, vor allem wenn es sich um eine altersbedingte Hochton-Schwerhörigkeit handelt.“ Mit den altersbedingten Hörverlusten nehmen auch Demenzerkrankungen stark zu, wie Paolo Caffarra vom Krankenhaus Parma betonte. Die Weiterentwicklung der Hörgerätetechnik mit besonderem Augenmerk auf die Gehirnfunktionen ist daher ein wichtiger Forschungsaspekt.

Hörsysteme können Demenz vorbeugen
Neuere Erkenntnisse bestätigen, dass Hörsysteme Altersdemenz wirksam vorbeugen, denn sie ermöglichen den Trägern den Zugang zu einer abwechslungsreichen Klangwelt und liefern somit dem Gehirn wichtige Impulse, die es leistungsfähig erhalten. Zudem unterstützen sie das Gehirn beim Hören und Verstehen und ersparen den Trägern den Einsatz von Energieressourcen, die ihr Gehirn bei Nichtversorgung mit Hörsystemen zur Verarbeitung von Tönen aufbringen muss und die dann für andere Hirnprozesse fehlen. Die audiologische Forschung richtet daher ihr Hauptaugenmerk darauf, die Funktionsweise des Gehörs, die Auswirkung einer Hörminderung und insbesondere die neuronalen Prozesse beim Hören besser zu verstehen. Anhand verschiedener Methoden werden die neuronalen Aktivitäten beim Hören und Sprachverstehen untersucht. Dadurch gewinnen die Forscher wichtige Erkenntnisse für die laufende Optimierung der Hörerfolge mit Hörsystemen.

Weniger Höranstrengung
Adriana Zekveld vom medizinischen Universitätszentrum Amsterdam präsentierte bei der Tagung in Bozen ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Ihr Fachgebiet ist die Pupillometrie, eine Methode, welche die Höranstrengung anhand des Pupillendurchmessers misst. Zekveld stellte mit dieser Methode fest, dass die Höranstrengung beim Tragen neuer Hörsysteme vom Typ „OPN" deutlich geringer war als bei Hörgeschädigten, die keine Hörgeräte trugen.
Eline Borch Petersen vom Forschungszentrum Eriksholm in Dänemark hingegen berichtete von ihren Untersuchungen der neuronalen Prozesse beim Hören. Ihre Ergebnisse erzielte sie anhand der Elektroenzephalogie, einer Technik zur Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Gehirns, aus der sich interessante Erkenntnisse für die Hörsystementwicklung der Zukunft ziehen lassen.
Thomas Behrens, der Leiter und Direktor des Zentrums für audiologische Forschung beim Hörgerätehersteller Oticon und Massimiliano Dotti von Oticon Italien stellten spezifische Technologien vor, dank welcher Hörsysteme das Gehirn bei der Verarbeitung von Tönen und Sprache effizient unterstützen. Zum Abschluss präsentierte der wissenschaftliche Verantwortliche von Zelger Hörexperten, Daniele Tregnaghi, den Teilnehmern der Tagung Beispiele für eine personalisierte Hörsystem-Anpassung.
Die Veranstaltung in der Handelskammer endete mit einem Brunch, der den Anwesenden auch Gelegenheit zum fachlichen Austausch bot.
 
 
 
 
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